Orujo ist Galiciens edler Tresterbrand: Aus vergorenem Traubentrester destilliert (traditionell im Kupferkessel), oft nur der „Mittellauf“ für beste Qualität. Er ist klar oder im Fass gereift, meist 37–50 % vol., und wird pur als Digestif oder in Queimada und Likören wie Hierbas, Café oder Crema de Orujo genossen.
Hierbas sind spanische Kräuterliköre – meist auf Basis von Anisschnaps, aromatisiert mit bis zu 25 Inselkräutern wie Rosmarin, Thymian, Minze oder Fenchel. Auf den Balearen teils EU-geschützt, in Galicien oft mit Orujo angesetzt – eiskalt als Digestif ein Klassiker.
Cava bekommt sein Prickeln durch die zweite Gärung in der Flasche („método tradicional“): Zucker und Hefe erzeugen Kohlensäure, die sich fein im Wein bindet. Danach wird die Hefe herausgerüttelt und entfernt, per Dosage der Stil festgelegt und die Flasche mit Korken und Drahtkorb verschlossen.
Cava ist Spaniens Schaumwein im método tradicional: geprägt von eigenen Rebsorten und langer Hefereife. Auf dem Etikett zeigen DOP, Reserva/Gran Reserva und die Dosage (Brut Nature bis Dulce), ob er knochentrocken oder süßer ausfällt.
Vino joven, Crianza, Reserva und Gran Reserva beschreiben in Spanien vor allem die Reifeart und -dauer: Joven ist jung und fruchtig, Crianza reift länger mit Fassanteil, Reserva und Gran Reserva stehen für deutlich mehr Zeit in Eiche und Flasche – und entsprechend tiefere, komplexere Aromen.
Sangría ist mehr als Ballermann: Der Sommerdrink kam wohl über die Karibik im 19. Jahrhundert nach Spanien und wird dort bis heute gern getrunken. Am besten schmeckt sie eiskalt mit gutem (nicht im Fass gereiftem) Rotwein, Zitrusfrüchten, reifem Obst, Sprudel und einem Schuss Brandy.
Sherry ist längst kein „Omawein“ mehr: In Jerez gehört er als Aperitif und Essensbegleiter zum Alltag – von trockenem Fino/Manzanilla bis Oloroso und Pedro Ximénez. Dank Solera-Verfahren und moderner Styles passt Sherry heute zu Tapas, Seafood und Sommerpartys.